Lieber Julian, lieber Andreas,
auch wenn der Gästebucheintrag den Gänsehautmomenten vorbehalten ist, so will ich dennoch meinen Eindruck Eures Klavierabends am 25.10.25 in der Ulrichskirche in Halle an Euch senden. Normalerweise ist das nicht so mein Ding, Kommentare abzugeben bzw. etwas zu bewerten, da es immer ganz verschiedene und einzigartige Sichtweisen gibt, wie die Menschen selbst. In diesem Falle lässt es mich jedoch nicht ganz los und ich folge einfach doch meinem inneren Ruf bzw. Eurem Aufruf, authentisch zu sein. Ich hatte im Sommer nach einem passenden Geschenk für meinen Partner gesucht und bin zufällig auf Euch und die beworbene Be-Flügelt Tour gestoßen. Die Werbung für einen genussvollen, zauberhaften und unvergesslichen musikalischen Abend mit kleinen Reiseanekdoten fand ich sehr schön für uns und entschied mich für den Kauf von zwei Tickets.
Die erwartungsvolle Vorfreude auf den Abend währte allerdings nur kurz und auch, wenn ich für einige Momente durchaus von Euren schönen musikalischen Eigenkompositionen getragen und mitgenommen wurde, so enttäuschten uns doch die persönlichen Geschichten bzw. Beiträge. Nichts von dem Gesagten unterstrich Eure Musik oder spiegelte etwas zu den Bildern wider, die an der Wand gezeigt wurden. Die persönlichen und zum Teil sehr langen und für mich intimen familiären Inhalte der Redephasen machten es uns unmöglich, die schöne Schwingungsenergie des Klavierspiels aufrecht zu erhalten. Nach der Pause habt Ihr gefühlt mehr gesprochen als musiziert und die Musikstücke selbst begannen sich auch in ihren Variationen zu wiederholen. Das wäre in soweit ja auch alles gut, wenn der Inhalt des Abends zu Eurer Tourwerbung passen würde. Nach den ersten 20 Minuten schauten wir uns fragend an und dachten letztendlich dasselbe, sind wir in einem Konzert oder in einer animierten Motivationsshow mit Coachingcharakter und musikalischen Beiträgen am Klavier?
Für uns blieb bis zum Schluss offen, was letztendlich Eure Botschaft an uns sein sollte. Manches von Euch Gesagte blieb gänzlich offen im Raum stehen. Es fühlte sich nicht an wie ein in sich geschlossener ruhiger, besinnlicher und entspannter Abend, wo Eure Musik und Euer Instrument im Vordergrund stehen, sondern wie eine übergeholfene Predigt, die Menschen, wie wir, mit einem gewissen Erfahrungsschatz im Leben und einem entsprechenden Bewusstsein für das, was sie tun, wofür sie es tun und wie sie es tun, nicht brauchen und wenn doch, dann gehen wir in die Kirche oder zu einem erfahrenen Therapeuten. Die beiden Sitzplätze neben uns blieben nach der Pause leer. Ihr habt ein tolles Talent, Menschen zu begeistern und Ihr seid wirklich gut, was Eure Ideen und Eure Umsetzungen betrifft und wenn Ihr noch mehr an Eurer Selbstoptimierung anstatt an Eurer Selbstdarstellung arbeitet und ein wenig mehr Demut in Eure Arbeit einfließen lasst, dann ist zumindest noch einiges möglich.
PS.:
Wir hatten trotzdem einen schönen Abend, beflügelt von Euch, um gemeinsam über unser Leben ins Gespräch zu kommen und zu reflektieren, was uns wichtig ist und was nicht. Danke!
Nur für Eure Frauen
Klebt ab und an einen Zettel für Eure Männer an den Badezimmerspiegel auf dem steht,
bin dann mal weg für eine Auszeit, um mein Ding zu machen. Die To-Do Liste liegt auf dem Küchentisch :-). Die Büsten verdienen sie!
Alles Gute für Euch!
Manja
Guestbook
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